Digitalisierungsprogramm Schleswig-Holstein

Digitalisierung in Schleswig-Holstein ist geplant

Über 200 Digitalisierungsvorhaben für das Land Schleswig-Holstein umfasst das Digitalisierungsprogramm. Sowohl kleine Vorhaben und als auch komplexe Themen sollen in den nächsten Jahren umgesetzt werden. Das Vorgehen fordert Flexibilität und klare Ziele. Für 2019 sind einige wichtige Meilensteine bereits definiert und auf dem Zeitstrahl dargestellt.

Erste Verwaltungsleistungen im Rahmen der Umsetzung des Onlinezugangsgesetzes (OZG) sind digital verfügbar (Mai 2019); Das Open Data Portal geht online (24.06.2019); Strategie für Künstliche Intelligenz wird verabschiedet (Ende Juni 2019); Nächster Digitaler Knotenpunkt eröffnet in Kiel (Ende Juni 2019); Beginn der Fortschreibung des Digitalisierungsprogramms (September 2019);

Digitalisierung in Schleswig-Holstein ist konkret

Digitale Knotenpunkte

Digitale Knotenpunkte sind Orte des digitalen Wandels und werden als entsprechende Technologieräume eingerichtet. Ziel des Digitalisierungsprogramms ist es, überall in Schleswig-Holstein digitale Knotenpunkte zu etablieren. Langfristig entsteht durch die Einrichtung Digitaler Knotenpunkte ein Netzwerk an Digitalstandorten, an denen Bürger*innen Digitalisierung erleben können – ob durch die VR-Brille, den 3D-Drucker oder spannende Vorträge zu Digitalthemen.

Open Data

Am 26.06.2019 hat Schleswig-Holstein seine Open-Data-Plattform in Betrieb genommen. Die Plattform stellt zunächst die Daten der landeseigenen Verwaltung und kommunaler Piloten zur Verfügung. Mittelfristig werden möglichst viele Datensätze über die Plattform abrufbar sein. Die Daten sind offen zugänglich, können frei genutzt, verarbeitet und verbreitet werden.

Zur Plattform

Onlinezugangsgesetz (OZG)

Seit dem 14.08.2017 ist das Gesetz zur Verbesserung des Onlinezugangs zu Verwaltungsleistungen (Onlinezugangsgesetz) in Kraft. Es verpflichtet Bund, Länder und Kommunen, ein umfassendes Online-Angebot für Verwaltungsleistungen bis Ende 2022 vorzuhalten. In Schleswig-Holstein steht die gemeinsame konzentrierte Umsetzung im Mittelpunkt, um landesweit digitale Angebote der Bürgernähe, Daseinsvorsorge, des Ehrenamtes und der ländlichen und städtischen Gemeinschaft abzubilden, mit der das digitale Miteinander in Schleswig-Holstein nachhaltig gelingt.

Digitalisierung in Schleswig-Holstein ist im Umbau

Die Maßnahmen im Rahmen des Digitalisierungsprogramms stellen einen ambitionierten Plan zur Erreichung unseres Ziels, Schleswig-Holstein zu einer digitalen Vorzeigeregion zu entwickeln, dar. Aufgrund der Vielschichtigkeit und Schnelllebigkeit des Themas, kann es aber keinen Masterplan dazu geben. Vielmehr müssen wir uns in allen Themen kontinuierlich weiterentwickeln. Dies gilt auch für den Internetauftritt, auf dem Sie gerade unterwegs sind. Er war und ist gut, um Bürger*innen in Schleswig-Holstein zu zeigen, dass eine Vielzahl an Digitalisierungsvorhaben in Schleswig-Holstein umgesetzt werden. Und das mit einem konkreten Plan, dem Digitalisierungsprogramm. Für uns hier in Schleswig-Holstein wird das Jahr 2019 in Sachen Digitalisierung ein richtungsweisendes sein. Denn es wird das Jahr sein, in dem die Umsetzung der Maßnahmen des Digitalisierungsprogramms weiter Fahrt aufnehmen. Der Erfolg dieser Maßnahmen wird sich nicht nur an der Güte der Ergebnisse messen lassen müssen. Er ist auch entscheidend damit verbunden, wie gut es gelingen wird, den Ergebnissen Sichtbarkeit zu verschaffen. Und deswegen arbeiten wir gerade fleißig an unserem neuen Internetauftritt digitales.SH.

Digitalisierungspreis 2019 “Best of Digital.SH

Es gibt zahlreiche tolle Entwicklungen und Ideen made in Schleswig-Holstein. Sie alle können Aufmerksamkeit sehr gut gebrauchen – und sie haben sie verdient. Deshalb haben wir uns gefragt: Wie können wir unseren kreativen Tüftler*innen im Land dabei helfen, bekannter zu werden? So ist der Wettbewerb „Best of Digital.SH“ entstanden, den wir 2019 zum zweiten Mal durchführen. Mit ihm wollen wir die besten Initiativen und Ideen zwischen Nord- und Ostsee auszeichnen. Denn Auszeichnungen machen sichtbarer. Und die Preisgelder – insgesamt stolze 70.000 € – helfen natürlich auch, um voranzukommen. Da hat es ein Branchenprimus an der Börse leichter. Aber auch die haben einmal klein angefangen in der amerikanischen Garage. Hierzulande vielleicht in einer holsteinischen Scheune  ….

Die Preiskategorien in diesem Jahr lauten

In dieser Preiskategorie werden Projekte ausgezeichnet, welche sich mit der Digitalisierung von Geschäftsprozessen, der Erhöhung der Transparenz von Liefer- und Produktionsketten sowie der Vernetzung von Prozessen beschäftigen. Zudem richtet sich die Preiskategorie an Projekte, die sich mit der Entwicklung und/oder der Nutzung datengetriebener Entscheidungen und Anwendungen künstlicher Intelligenz in Handel, Transport und verarbeitendem Gewerbe auseinandersetzen.

Das Digitalisierungsprogramm ist landesübergreifend. Daher adressiert die zweite Preiskategorie den ländlichen Raum. Ausgezeichnet werden dabei Projekte, die sich mit bürgerschaftlichem Engagement im ländlichem Raum auseinandersetzen und dabei zentral auf digitale Technologien setzen. Weitere Aspekte sind das digitale Handwerk und digitale Kompetenzen im wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Leben. Gemeint sind damit Projekte, die digitale Lösungen für das veränderte, inzwischen oftmals digital umgesetzte Konsumverhalten und die damit einhergehenden Bedürfnisse der Kund*innen anbieten, bspw. in Form von individualisierten, maßgeschneiderten Produkten und Angeboten.

Preisgelder

Pro Preiskategorie werden jeweils drei Preisträger*innen ausgewählt. Die Plätze sind mit den folgenden Preisgeldern versehen:

1. Platz
20.000
2. Platz
10.000
3. Platz
5.000

So funktioniert der Digitalisierungspreis

  1. Lampe

    Bewerbung

    Die Bewerbungsfrist endete am 06.06.2019.

  2. Forular

    Bewertung

    Nach Abschluss der Bewerbungsfrist werden alle Bewerbungen ausführlich geprüft. Auf Basis festgelegter Kriterien wird eine Erstbewertung vorgenommen. In der Jurysitzung werden schließlich die Bewerbungen diskutiert, bewertet und dem Digitalisierungskabinett zum Beschluss vorgelegt.

  3. Pokal

    Preisver­leihung

    Seien Sie live dabei, wenn im September 2019 in Kiel die Preise verliehen werden.

Und das ist der zeitliche Ablauf

Freischaltung des Bewerbungsverfahrens (11.04.2019 – 06.06.2019); Vorbewertung durch ZIT-SH (07.06.2019 – 14.06.2019); Sitzung des Auswahlgremiums (24.-28.06.2019); Digitalisierungskabinett: Beschluss der Preisträger*innen 2019 (13.08.2019); Preisvergabe (11.09.2019)

Teilnahmeberechtigt sind Personen bzw. Projekte, welche die folgenden Voraussetzungen erfüllen:

  • Das Projekt wurde in Schleswig-Holstein entwickelt und umgesetzt.
  • Der Sitz der Organisation liegt in Schleswig-Holstein.
  • Sie sind mindestens 18 Jahre alt.
  • Das Projekt ist spätestens drei Monate nach Bewerbungsschluss fertig umgesetzt.
  • Der Anteil der öffentlichen Mittel beträgt weniger als 50% der Gesamtkosten.

Hier finden Sie die vollständigen Teilnahmebedingungen und weitere rechtliche Hinweise:

Bewertungskriterien und Auswahlverfahren

Die Festlegung der Preisträger*innen erfolgt in einem dreistufigen Auswahlverfahren.

Stufe 1

In der ersten Stufe prüft das MELUND die Anträge aufgrund der folgenden formalen K.-o.-Kriterien gemäß der Teilnahmebedingungen:

  • Bezug zu Schleswig-Holstein
  • Anteil öffentlicher Förderung
  • Projektzeitraum

Stufe 2

In Stufe zwei bewertet ein unabhängiges Auswahlgremium die Bewerbungen anhand von vier gleichgewichtigen Kriterien.

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Nutzerfreundlichkeit
Welchen konkreten Mehrwert bietet das Projekt den Bürger*innen Schleswig-Holsteins bzw. der Zielgruppe?
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Vorbildcharakter
Ist das Projekt skalierbar und bietet es Anknüpfungspunkte zur Nachahmung, um den digitalen Wandel großflächig in Schleswig-Holstein voranzutreiben?
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Innovationsgrad
Ist das Projekt neuartig und worin besteht die Innovation des Projektes, bspw. in Bezug auf Produkt, Verfahren, Technologie oder Geschäftsmodell?
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Wirtschaftlichkeit
Umfasst das Projekt ein neues tragfähiges Geschäftsmodell (Marktpotenzial, Arbeitsplätze, regionale Wertschöpfung)? Hat das Projekt Weiterentwicklungspotenzial?

Stufe 3

Die Vorschläge des Auswahlgremium werden dann in Stufe drei dem Digitalisierungskabinett zur finalen Entscheidung über die Preisträger*innen vorgelegt.

Auswahlgremium

Das Auswahlgremium (Jury) besteht aus sechs Personen und freut sich bereits darauf, Ihre Ideen kennenzulernen. Das Gremium ist paritätisch mit Vertreter*innen der Landesregierung und Vertreter*innen externer Institutionen oder Verbände besetzt.

Als Grundlage für die Bewertung dienen die vorab festgelegten und öffentlich kommunizierten Bewertungskriterien.

Die Mitglieder des Auswahlgremiums 2019 sind:

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Staatssekretär für Digitalisierung
Tobias Goldschmidt
(ständiges Mitglied)
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Unabhängiges Landeszentrum für Datenschutz des Landes Schleswig-Holstein
Marit Hansen
(ständiges Mitglied)
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Staatssekretärin des Ministeriums für Inneres, ländliche Räume und Integration des Landes Schleswig-Holstein
Kristina Herbst
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Chef der Staatskanzlei
Dirk Schrödter
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Vertreter*in der Wirtschaft
N.N
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Vertreter*in der Kommunalen Landesverbände
N.N

Die Preisträger*innen des vergangenen Jahres

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The Things Network Südschleswig
Nucleon e.V.
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PiTS-It!
TGD-Consulting
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Initiative für die Förderung der Spielebranche in SH
IF(game)SH
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Autokorrektur für faire, gendergerechte Sprache
Fairlanguage
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Spielend lesen lernen mit Lisa
Veris Gesellschaft für Bildungswesen
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LeichtBewerben
KulturLife gGmbH

Digitalisierung in Schleswig-Holstein ist landesübergreifend

Digitale Angebote für Einwohner*innen
Möglichst viele Verwaltungsleistungen und –verfahren werden in Zukunft vollständig elektronisch angeboten. Dafür bauen wir auf unseren bisherigen Erfahrungen bei der Entwicklung funktionaler und kostengünstiger digitaler Verwaltungsangebote auf, um die Servicequalität von Verwaltungsleistungen spürbar zu verbessern.

Breitbandinternetausbau
Grundvoraussetzung für eine erfolgreiche Digitalisierung sind schnelle und flächendeckend ausgebaute Netze. Daher sieht die Breitbandstrategie der Landesregierung vor, das Glasfasernetz zügig auszubauen sowie 800 Schulen und 400 Landes- und Kommunalbehörden ans Landesnetz anzuschließen. Daneben ist insbesondere für die ländlichen Räume Schleswig-Holsteins die Verfügbarkeit eines stabilen und modernen mobilen Netzes (5G) von hoher Bedeutung.

Digitale Knotenpunkte
Raum bieten für Ideen und den Austausch zu Themen der Digitalisierung – das ist das Ziel der digitalen Knotenpunkte, die wir überall im Land einrichten werden. Die Knotenpunkte können dabei Orte der Digitalisierung sein, aber auch Informationsveranstaltungen, Fragestunden oder regelmäßige Fortbildungen.

Schaffung der rechtlichen Rahmenbedingungen
Über sämtliche Projekte des Programms hinweg klärt und schafft die Landesregierung die erforderlichen rechtlichen Rahmenbedingungen – insbesondere im Blick auf Datenschutz und Informationsfreiheitsrechte. Zudem sorgen wir dafür, dass sich die geplanten Vorhaben in den bestehenden Regulierungsrahmen integrieren.

Open Data
Mit dem Betrieb einer Open Data Plattform werden wir in 2018 beginnen. Alle offenen Daten der Landesregierung werden darüber langfristig zur Verfügung gestellt. Die Plattform wird auch für nicht durch die Verwaltung gesteuerte Ansätze wie Crowd Sourcing freigegeben – das eröffnet neue Möglichkeiten zur Zusammenarbeit und erhöht gleichzeitig die Innovations- und Reaktionsfähigkeit der Verwaltung.

Digitalisierung in Schleswig-Holstein sind wir

Unser Schleswig-Holstein

Video abspielen Digitalisierung: Digitalisierung ist Coworking
Video abspielen Digitalisierung: Digitalisierung ist Engagement
Video abspielen Digitalisierung: E-Learning auf den Halligen
Video abspielen Digitalisierung: Satellitenunterstützung für die Landwirtschaft
Video abspielen Digitalisierung: Digitalisierung ist individuell

Digitalisierung in Schleswig-Holstein ist unsere Aufgabe

Was wollen wir gemeinsam erreichen?

Die Digitalisierung verändert Arbeitsweisen und Vermittlungsmethoden und eröffnet damit der Bildung in Schleswig-Holstein zusätzliche Perspektiven. Gleichzeitig muss jede und jeder in Schleswig-Holstein grundlegend befähigt werden, die Vorteile der Digitalisierung in Anspruch zu nehmen.

Dabei ist es die Aufgabe der Landesregierung, die Datenschutz- und Medienkompetenz im Land zu stärken. Die Menschen sollen lernen, digitale Medien kompetent zu nutzen – erfolgreich, effizient, kritisch und rechtssicher. Gleichzeitig sollen sie selbst die IT-Sicherheit und Vertrauenswürdigkeit von digitalen Angeboten bewerten und die damit einhergehenden Risiken einschätzen können. Ebenso zählt dazu die Kompetenz, digitale Schlüsseltechnologien selbstbewusst und nachhaltig einzusetzen. Eine zentrale Rolle spielen dabei die Schulen in Schleswig-Holstein. Die zunehmende Digitalisierung sämtlicher Lebensbereiche macht es erforderlich, die notwendigen Kernkompetenzen bereits im Schulunterricht zu vermitteln und dabei digitale Medien und Werkzeuge systematisch einzusetzen.

Digitalisierung im Schulwesen
Auch für die Bildung eröffnet Digitalisierung neue Chancen. Wir wollen die Schulen an das Glasfasernetz anschließen und sie flächendeckend mit digitalen Medien und WLAN ausstatten. So schaffen wir digitale Lernumgebungen und erheben den Zugang zur geplanten nationalen Bildungsplattform zum Unterrichtsstandard. Dafür müssen diese Themen auch Eingang finden in die Aus-, Fort- und Weiterbildung von Lehrkräften.

Digitale Weiterbildung in Unternehmen
Um die Entwicklung aktueller und zukünftiger Weiterbildungsformate und -methoden in kleinen und mittleren Unternehmen zu unterstützen, entsteht der 4. Schleswig-Holsteinische Tag der Weiterbildung zum Thema „Digitale Weiterbildung in Unternehmen“. Mit clusterbezogenen Barcamps wollen wir Synergieeffekte aus den Partnerschaften mit Branchen, Kammern und Verbänden aufzeigen.

Digitale Lernräume
Mit Projekten wie der „Seemannsschule Online“ schaffen wir digitale Lernräume, um mittel- und langfristig die Attraktivität der dualen Berufsausbildung und deren inhaltliche Qualität in den Betrieben und den Berufsschulen zu sichern. In Zusammenarbeit mit der Firma OnCampus wird die Entwicklung von Pilotprojekten an den Berufsschulen unterstützt.

Digitale Medienkompetenzbildung
Mit einem Pilotprojekt zur Weiterentwicklung der digitalen Präsenzlehre wird das Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur die E-Learning Kompetenzen in Schleswig-Holstein stärken. Ziel ist es, bis Ende 2019 bereits vorhandene Best-Practice-Beispiele wie OnCampus zu identifizieren und diese Angebote auf die Präsenzlehre zu übertragen. Dafür müssen entsprechende Haushaltsmittel eingestellt werden. Volkshochschulen in Schleswig-Holstein sollen noch in diesem Jahr damit beginnen, ihre Angebote zur Medienkompetenzentwicklung zu beginnen. Dazu wird eine Fachstelle für Digitalisierung beim Volkshochschulverband eingeführt. Sie soll gewährleisten, dass zielgruppengerechte Bildungsangebote für die Vermittlung von Medienkompetenz bereitstehen.

In Schleswig-Holstein werden in Zukunft möglichst viele Verwaltungsleistungen und -verfahren vollständig elektronisch angeboten. Einwohner*innen sowie Unternehmen in Schleswig-Holstein werden von bürokratischem Aufwand entlastet. Das erreichen wir, indem wir neue standardisierte digitale Antrags- und Genehmigungsverfahren anbieten, den Umfang bereits bestehender Verfahren ausbauen und Verwaltungsvorgänge vereinfachen. Konkret bedeutet das: Serviceangebote der Verwaltung können bequem von zuhause aus erledigt werden – Schluss mit langen Warte- und kurzen Öffnungszeiten bei Behördengängen. Zu diesen Angeboten gehören neben Gewerbeanmeldungen auch Handelsregisterauskünfte und die Vergabe von Kita-Plätzen. Im Umweltbereich haben Einwohner*innen schon jetzt die Möglichkeit, Anträge elektronisch zu stellen. In den vergangenen Jahren wurden an den Beispielen Gänsemelder, Fischereischein (Online Ausgabe von Fischereidokumenten) sowie in der App "Meine Umwelt" erfolgreich elektronische Antragsstellung eingesetzt.

Darüber hinaus vereinfacht und beschleunigt die Digitalisierung von Verwaltungsleistungen die Zusammenarbeit von Verwaltung und Unternehmen. Unternehmen können hierdurch in erheblichem Umfang von bürokratischem Aufwand entlastet werden, etwa bei der verpflichtenden elektronischen Unternehmenssteuererklärung oder dem Online-Meldeverfahren zur amtlichen Statistik.

Zwischen 2018 und 2022 werden unter Berücksichtigung des Onlinezugangsgesetzes (OZG) alle Verwaltungsleistungen elektronisch angeboten. Der Kontakt zwischen Einwohner*innen, Unternehmen und der Verwaltung soll dann medienbruchfrei über ein Portal erfolgen. Über den zu schaffenden Portalverbund sollen ab 2022 nicht nur die in Schleswig-Holstein angebotenen Verwaltungsdienstleistungen abgerufen werden können, sondern auch möglichst viele der von Kommunen, anderen Ländern und dem Bund. Auf dieser Basis sind zudem weitere innovative Verwaltungsangebote denkbar, die die Bereiche Daseinsvorsorge und Bürgerbeteiligung ebenso berühren, wie das digitale Miteinander von Einwohner*innen mit Unternehmen.

Im zweiten Quartal 2018 entstehen in Schleswig-Holstein neben bestehenden auch neue Beteiligungs- und Informationsformate für Einwohner*innen. Das Bürger-Anliegen-Management (B.A.M.) als eine Art Beschwerdemanagement wird zum Beispiel Informationen zum Straßenzustand aufnehmen und an die zuständigen Stellen melden.

Zudem plant die Landesregierung die Informationsmöglichkeiten der Bürger*innen sowie die aktive Wahrnehmung von Rechten zu stärken. 2019 wird ein schleswig-holsteinisches Bürgerinformationssystem eingerichtet, in dem die bestehenden Informationssysteme verknüpft sein werden. Über ein „Bürgerdaten-Cockpit“ soll ein effizientes Werkzeug zur Verfügung stehen, mit dem das Recht auf informationelle Selbstbestimmung gestärkt wird. So soll nicht nur Transparenz über Art und Umfang der Datenverarbeitung geschaffen werden. Vielmehr soll darüber – im Sinne des Konzepts der Datensouveränität – auch der Umgang mit personenbezogenen Daten gesteuert werden können. Die Kommunen und Landkreise werden in die Ausgestaltung der Vorhaben auf Landesebene einbezogen.

Wir wollen eine moderne Verwaltung für Schleswig-Holstein – effizient, bürgernah und zukunftsfähig.

Zwischen 2018 und 2022 werden wir unter Berücksichtigung des Onlinezugangsgesetzes (OZG) alle Geschäftsprozesse in der öffentlichen Verwaltung elektronisch abbilden. Dafür werden wir 2018 den Leistungskatalog der öffentlichen Verwaltung vollständig erfassen. Durch den im OZG vorgesehenen Portalverbund wird nicht nur der elektronische Zugang zur Verwaltung verbessert. Es wird ebenso der Datenaustausch zwischen allen Verwaltungseinheiten vereinfacht und die digitale Zusammenarbeit mithilfe der elektronischen Aktenführung (E-Akte) optimiert.

Die E-Government-Infrastruktur soll sicherstellen, dass die öffentlichen Verwaltungseinheiten die Anforderungen der Einwohner*innen erfüllen. Darüber hinaus soll sie der Privatwirtschaft einen geeigneten Kanal für den direkten Datenaustausch in Verwaltungsverfahren bieten. Um die Anschlussfähigkeit für Kommunen sicherzustellen, stellt die Landesregierung 2019 Musterlösungen für die häufigsten Dienstleistungen der öffentlichen Verwaltung bereit. Das erleichtert es den Kommunen, sich an bestehende technische Infrastrukturlösungen zu halten.

Die interne Transformation der Verwaltung ist ein Grundbaustein für eine umfangreiche Verwaltungsmodernisierung. Dies umfasst die Etablierung flexibler Organisationsformen, den Einsatz moderner Technologien sowie die Weiterbildung und Neugewinnung der Mitarbeiter*innen für den notwendigen Transformationsprozess. Durch die intensive und konsequente Beteiligung von Interessenvertretungen soll die Akzeptanz der Beschäftigten für den Wandel steigen: Personalvertretungen werden in die Verwaltungsmodernisierung eingebunden.

Digitale Knotenpunkte unterstützen die Teilhabe in einer digitalisierten Welt.

Digitale Knotenpunkte sind Orte, an denen Einwohner*innen in Schleswig-Holstein zusammenkommen können, um innovative Technologien kennenzulernen und auszuprobieren, digitale Dienstleistungen in Anspruch zu nehmen und Kompetenzen zu erwerben. An digitalen Knotenpunkten wird die Digitalisierung in Schleswig-Holstein physisch erlebbar. Dabei stehen Mitmachen, Lernen und Erleben im Vordergrund. Neue Technologien sollen an diesen Knotenpunkten ausprobiert, entwickelt oder programmiert werden.

Langfristig entsteht durch die Einrichtung Digitaler Knotenpunkte ein Netzwerk von Digitalstandorten. Über dieses wird die Erreichbarkeit und Nutzbarkeit von modernen Technologien für alle Einwohner*innen Schleswig-Holsteins ermöglicht. Digitale Knotenpunkte verfügen über ein neuartiges technologisches Angebot und können verschiedene Digitalisierungsmodule wie z.B. Co-Working-Space, E-Government-Anlaufstelle, E-Learning-Angebote, StartUp-Beratung, Fablab, Begegnungsort, Filmwerkstatt, Hacker-/MakerSpace oder Repair-Café anbieten. Im Zentrum der inhaltlichen Arbeit an digitalen Knotenpunkten stehen die Beantwortung von Anwendungsfragen und die Vermittlung von Kunst- und Medienkompetenz. Grundsätzlich können digitale Knotenpunkte als Anlaufstellen für die Vermittlung von Lern- und Fortbildungsangeboten dienen.

Digitale Knotenpunkte sind Orte der Ideen und werden als entsprechende Technologieräume eingerichtet. 2018 sollen FabLabs als digitale Knotenpunkte eröffnen. Ab 2019 werden Technologien im Rahmen von Veranstaltungen und Schulungen im „Haus der Wirtschaft“ für kleine und mittlere Unternehmen präsentiert. Die neue Landesbibliothek wird ein zentraler Digitaler Knotenpunkt des Landes und wird so die regionalen digitalen Knotenpunkte sinnvoll ergänzen. Bibliotheken sollen als Orte der Begegnung, der Integration und der Partizipation gestärkt und weiterentwickelt werden. Bibliotheken bieten die Möglichkeit, als sogenannte „Dritte Orte“ Begegnungs- und Bildungsorte in einem zu sein. Die neue Landesbibliothek wird als Zentrum für Digitalisierung und Kultur unterschiedliche Aufgaben wahrnehmen und sich dafür inhaltlich und organisatorisch neu strukturieren – ganz im Sinne der kulturellen Vermittlung und der digitalen Entwicklung.

Jugendtreff
Digitale Medien prägen zunehmend das Aufwachsen junger Menschen – auch bereits im vorschulischen Bereich. Kinder und Jugendliche in Schleswig-Holstein können an digitalen Knotenpunkten zusammenkommen, um den verantwortungsbewussten Umgang mit neuen Technologien und digitalen Medien kennenzulernen und aktiv mitzugestalten. Der Schutz vor medienbezogenen Risiken sowie die Medienkompetenzvermittlung sind unverzichtbare Voraussetzungen für eigenverantwortliches Handeln.

Start-up Treff
Die digitale Szene in Schleswig-Holstein ist schon gut vernetzt. Wir möchten ihren Vertreter*innen die Möglichkeit geben, an verschiedenen Orten in Schleswig-Holstein zusammenzukommen, um sich mit den richtigen Gruppen auszutauschen, etwa mit Nutzerinnen und Nutzern, kleinen und mittelständischen Unternehmen sowie anderen Start-ups.

Café und Chat
Offene Formate wie das „Maker-Café“ laden dazu ein, Technologien kennenzulernen, Fragen zu stellen und Ideen einzubringen. Die Bürger entscheiden, was sie interessiert. Ob Versuche mit dem 3D-Drucker oder eine Fragerunde zur Digitalisierung – all das soll möglich sein beim „offenen Ohr zur Digitalisierung“.

Service und Beratung
Bei Problem mit eigenen Geräten wie Laptop, Smartphone oder iPad finden Einwohner*innen bei einem digitalen Knotenpunkt Hilfe. Auch Fragen zu digitalen Antrags- und Genehmigungsverfahren der Behörden werden hier beantwortet.

Präsentationsräume
Durch den Aufbau von Präsentationsräumen als Anwendungslabore für die Nutzung neuer Technologien können interessierte Einwohner*innen das hochwertige Fort- und Weiterbildungsangebot zu medialen und technischen Themen wahrnehmen.

Open Data (offene Daten) ermöglichen ein transparentes und nachvollziehbares Regierungshandeln. Open Data sind elektronische Daten, die jeder und jedem öffentlich, zweckfrei und unverbindlich zur Verfügung gestellt werden.

2019 wird eine Open-Data-Plattform für Schleswig-Holstein in Betrieb genommen. Die Plattform stellt zunächst die Daten der landeseigenen Verwaltung und kommunaler Piloten zur Verfügung. Mittelfristig werden möglichst viele Datensätze über die Plattform abrufbar sein. Die Daten sind offen zugänglich und können frei genutzt, verarbeitet und verbreitet werden können. Die Plattform bietet eine geografische Darstellung, ähnlich dem bereits realisierten Umweltatlas oder Digitalen Atlas Nord, um die häufig benötigte Georeferenzierung offener Daten einfach und direkt auf der Plattform zu ermöglichen. Parallel dazu werden weitere Datenlieferanten identifiziert und erste Visualisierungen der Daten angestrebt. Dabei wird die Landesregierung zum Beispiel maschinenlesbare Haushaltsdaten zur Verfügung stellen. Aufgrund ihrer Vielfalt und Vielzahl sind zudem die Umwelt- und Agrardaten von zentraler Bedeutung für das Open-Data-Portal.

Um innovative Geschäftsmodelle in Schleswig-Holstein zu fördern, wird die Landesregierung die Wertschöpfung durch Open Data aktiv fördern. Durch die gezielte Unterstützung von Unternehmen wollen wir den Weg zu Smart Data für unsere heimische Wirtschaft bereiten. Von besonderer Bedeutung ist dabei die Bereitstellung und Veröffentlichung von georeferenzierten Basis- und Fachdaten. In diesem Zusammenhang sieht die Landesregierung großen Nutzen und hohes Potential in der Verwendung von Echtzeitdaten im Verkehrssektor. Insbesondere ein Transitland wie Schleswig-Holstein profitiert unmittelbar von der Erfassung der Verkehrsströme je nach Verkehrslage. Diese ermöglichen es nicht nur, die Auslastung der Straßen effizienter zu steuern und so den Verkehr besser fließen zu lassen. Darüber hinaus können die Daten auch dazu beitragen, die Umweltbelastung durch den Straßenverkehr zu verringern.

  1. Bereitstellung von Daten durch Behörde SH
  2. Nutzen von Daten durch: Behörde, Einwohner*innen und Unternehmen
  3. Auswerten von Daten
  4. Rückmeldung zu Daten geben
  5. Ergänzen von Daten durch Dritte
  6. Bereitstellen von Daten durch Dritte
  7. Verlinken von Daten in übergeordneten Portalen

Die Zusammenarbeit von Kreisen, Städten und Dörfern, die gemeinsam Digitalisierungsprojekte für ihre Region umsetzen, wird unter dem Begriff „Smart Regions“ zusammengefasst. Gemeinsam mit den Kreisen und Kommunen in Schleswig-Holstein wollen wir den ländlichen Raum zu zukunftsfesten Smart Regions entwickeln. Die Digitalisierung bietet gerade für Menschen im ländlichen Raum große Chancen. Regionen können Einwohner*innen, Unternehmen und Organisationen über digitale Medien und den Austausch von Daten näher zusammenbringen und damit die Leistungen der Daseinsvorsorge stärken.

Smart Regions stehen für die Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit, eine nachhaltige Ökonomie, eine Verbesserung der Mobilität und Vernetzung und eine Steigerung der lokalen Lebensqualität. Auch lokale Angebote sollen über digitale Kanäle abgerufen werden können. Dies stärkt regionale Anbieter und basiert auf dem Vertrauen der Kund*innen in lokale Dienstleistungen und Produkte.

Smart Regions können dazu beitragen, mehr und flexiblere Arbeitsplätze im ländlichen Raum zu erhalten, die Attraktivität des Landes außerhalb der Städte zu stärken und den Menschen mehr und neue Formen der Mobilität zu verschaffen. Leistungen der Daseinsvorsorge, die zunehmend durch die räumliche Distanz erschwert worden sind, werden digitalisiert oder mit digitaler Unterstützung wieder erbracht und verbessert.

Was genau eine Smart Region ausmacht, hängt von den Projekten des entsprechenden Zusammenschlusses ab. Die Landesregierung unterstützt ausgerufene Smart Regions mit der entsprechenden Infrastruktur und fördert den Erfahrungsaustausch. Dabei steht die Unterstützung und Koordinierung der Kommunen bei der Entwicklung von Standards und Lösungen im Mittelpunkt. Hierbei werden die kommunalen Bedürfnisse und die zentralen Landesanforderungen zusammengebracht. Des Weiteren wird im kommunalen Kompetenzzentrum die Erarbeitung eines bedarfsgerechten Portfolios digitaler Angebote erfolgen. Dieses soll als Basis für einen „Warenkorb“ dienen, der zum Beispiel einen Mängelmelder, Apps für vernetzte Mobilität, oder Portallösungen enthält.

Ziel ist es, bereits 2018 die Vernetzung und den Austausch zwischen den Kommunen und dem Land zu fördern, um Umsetzungsideen und Erfahrungen zu bündeln.

Die externe Beteiligung in Schleswig-Holstein soll gestärkt werden. Im Mittelpunkt des transparenten Regierungshandelns steht die Schaffung einer aktiven Feedbackkultur innerhalb der öffentlichen Verwaltung, bei der Einwohner*innen zeitnah Rückmeldungen über ihre Anfragen und Anliegen erhalten. Ziel ist es, interne und externe Daten besser für Entscheidungsprozesse nutzbar zu machen und die Effektivität der öffentlichen Verwaltung weiter zu erhöhen. Hierfür werden auch externe Datenquellen, zum Beispiel aus der Wirtschaft oder aus ehrenamtlichen Quellen einbezogen beziehungsweise ergänzt – unter Berücksichtigung der Anforderungen des Datenschutzes.

Die Landesregierung unterscheidet zwischen formeller und informeller Beteiligung. Formelle Beteiligungsverfahren im Rahmen von Gesetzgebungsverfahren sind zum Beispiel Anhörungen oder vorgeschriebene politische Mitbestimmungsmöglichkeiten der Bürger*innen. Auch informelle Wege der Beteiligung werden gestärkt. Hierbei handelt es sich um gesetzlich nicht vorgeschriebene Verfahren, wie zum Beispiel Meinungsumfragen. Diese können über soziale Netzwerke, die bestehenden Landeswebseiten oder das Open-Data-Portal erfolgen.

Bestehende Projekte zur elektronischen Partizipation, wie die „Bauleitplanung Online-Beteiligung für Schleswig-Holstein“ (BOB-SH), werden mit zusätzlichen finanziellen Mitteln weiterentwickelt und deren Infrastruktur kontinuierlich gestärkt. 2019 baut das Kompetenzzentrum Transparenz ein Transparenzportal für Schleswig-Holstein als Serviceplattform auf. Das Portal ermöglicht es Dritten, Einblicke in das Regierungs- und Verwaltungshandeln zu bekommen, ohne Anträge auf Veröffentlichung der Informationen stellen zu müssen. Ab dem 01.01.2020 müssen erste Inhalte über das Transparenzportal veröffentlicht werden. Dazu zählen unter anderem amtliche Statistiken, öffentliche Tätigkeitsberichte sowie Broschüren, Gutachten und Studien. Die Implementierung soll dabei nah an den Einwohner*innen von Schleswig-Holstein erfolgen, um Nutzungserfolge zu erzielen.

Digitalisierung ist zentrales Querschnittsthema der Innovations- und Technologiepolitik Schleswig-Holsteins. Die Digitalisierung der Wirtschaft eröffnet eine Vielzahl an Chancen, verbessert die Wettbewerbsfähigkeit und ermöglicht neue Geschäftsmodelle. Ganz gleich, ob im Bereich des Verkehrs- und Mobilitätswesens, bei der Energie- und Gesundheitsversorgung oder im Rahmen der fortschreitenden Automatisierung der Wirtschaft: Das Aufkommen intelligenter Technologien erfordert vorausschauendes Handeln aller Akteure. Digitale Vernetzungsprozesse erleichtern die Planung und Umsetzung komplexer, arbeitsteiliger Projekte. Digitale Produktionsmethoden wie additive Fertigung revolutionieren die Wirtschaft. Wir schaffen frühzeitig den Rahmen für den Einsatz neuer Technologien in Schleswig-Holstein.

Digitalisierungsprojekte werden insbesondere in den Schwerpunktbranchen der Regionalen Innovationsstrategie Schleswig-Holstein (Erneuerbare Energien, Medizintechnik, Lebensmitteltechnik, Maritime Wirtschaft IKT) identifiziert und unterstützt. Hierbei arbeiten die Cluster übergreifend zusammen. Bei der Clusterpolitik geht es darum, Wissen und Kompetenzen zu transferieren, gemeinsame Ideen und Anliegen vorzubringen sowie technologie- und branchenübergreifend Innovationspotenziale zu entwickeln. Daraus wird neue Wertschöpfung in Schleswig-Holstein generiert. Die in den Clustern aktiven Unternehmen und wissenschaftlichen Einrichtungen steigern ihre Innovations- und Wettbewerbsfähigkeit. Digitalisierung beflügelt dabei als Querschnittstechnologie Innovationen in allen Branchen.

Ziel des Digitalisierungsprogramms ist es auch, eine dynamische Start-up-Szene in Schleswig-Holstein zu etablieren. Dazu wird das schleswig-holsteinische Start-up-Ökosystem weiterentwickelt, um Schritte zur Verbesserung der Rahmenbedingungen von digitalen Gründungen und Start-ups zu entwickeln. Die Gründungsinitiative entwickelt Ansätze, um ein geeignetes Umfeld zu schaffen, das Kreativität, Gründungsideen und Gründungen fördert. So entstehen neue Formen des Zusammenarbeitens als Innovationsorte, die temporär und interdisziplinär genutzt werden.

Künstliche Intelligenz
Mit dem Aufkommen künstlich intelligenter Anwendungen kündigt sich die nächste Entwicklungsstufe der Digitalisierung an – selbst lernende Algorithmen, künstliche Intelligenz (KI) und Deep-Learning. Diese Entwicklung werden wir in Schleswig-Holstein eng begleiten. Dafür schaffen wir in Schleswig-Holstein ein Umfeld für die Entwicklung und Einführung von KI-Technologien. Wir bauen Fähigkeiten und Kompetenzen zur Entwicklung und Nutzung von KI-Systemen in der Breite auf und etablieren politische Instrumente sowie Rahmenbedingungen als Antwort auf die wirtschaftlichen und politischen Herausforderungen.

Mittelstand 4.0-Kompetenzzentrum
Das Mittelstand 4.0-Kompetenzzentrum Kiel sensibilisiert kleine und mittlere Unternehmen für die aktive Gestaltung der digitalen Transformation hin zu horizontal und vertikal vernetzten Wertschöpfungsketten. Unternehmen werden in die Lage versetzt, digitale Technologien zu entwickeln, diese in ihrem Produktportfolio zu berücksichtigen und Transformationsprozesse systematisch zu gestalten. Angelehnt an die Bedarfe von kleinen und mittleren Unternehmen wurde eine Vielzahl von Vernetzungs- und Unterstützungsangeboten entwickelt, welche die unterschiedlichen Reifegrade (Neulinge, Einsteiger, Pioniere) in Bezug auf den Umgang mit dem Thema Industrie 4.0 berücksichtigen. In enger Zusammenarbeit mit den Kammern und Verbänden im Land wird so eine umfassende Sensibilisierung für das Thema Digitalisierung in der mittelständischen Wirtschaft erreicht.

Maritime Wirtschaft
Die Digitalisierung der maritimen Wirtschaft ist ein strategisches Zukunftsthema, dem sich das Maritime Cluster Norddeutschland (MCN) durch Gründung der Arbeitsgruppe „Digitalisierung in der maritimen Wirtschaft“ angenommen hat. Darüber hinaus fördert das MCN die Vernetzung und die Initiierung von Innovations- und Technologieprojekten. In den Kieler Meereswissenschaften (Exzellenzcluster Future Ocean und Kiel Marine Science an der Christian-Albrecht Universität zu Kiel) wird der neue Forschungsbereich Digital Ocean die digitale Transformation hin zu offenen, nachvollziehbaren Forschungsmethoden ermöglichen. Viele schleswig-holsteinische Werften sehen auf Projektmanagementebene erhebliches Potenzial in der Digitalisierung. Die erforderlichen Informationen und Daten müssen vernetzt werden, um Prozesse und Ressourcen zu optimieren, Fehler zu vermeiden oder mit Kennzahlen eine bessere Planung zu realisieren. Die Digitalisierung wird als unterstützendes Werkzeug angesehen, um Informationen zusammenzuführen. In Schifffahrt und Hafenwirtschaft sind bereits mit der Einführung des elektronischen Meldesystems National Single Window wichtige Schritte in Richtung Digitalisierung unternommen worden. Diese werden fortgesetzt und die autonome Schifffahrt wird folgen.

Start-up Welt
Neben etablierten Unternehmen tragen Gründungen, insbesondere Ausgründungen aus Hochschulen und Forschungseinrichtungen sowie Start-ups, entscheidend dazu bei, Innovationen und die Digitalisierung in der Wirtschaft voranzutreiben. In den schleswig-holsteinischen Universitäten und Fachhochschulen, den außeruniversitären Forschungseinrichtungen sowie im Universitätsklinikum Schleswig-Holstein (UKSH) bestehen große Gründungspotenziale, insbesondere für wissens- und technologieorientierte Vorhaben.

Die Digitalisierung kann dabei helfen, negative Umweltauswirkungen zu reduzieren und die steigenden Datenmengen in den Betrieben sowie Informationsanforderungen von öffentlicher Seite zu bewältigen.

Energiewende, Landwirtschaft, Fischerei und Gartenbau gehören zu den wichtigsten Wirtschaftszweigen in Schleswig-Holstein und seinen ländlichen Räumen. Die Agrarwirtschaft muss nicht mehr nur die Ernährung sicherstellen, sondern soll dabei auch umweltschonend und nachhaltig wirtschaften. Das bedeutet, Ressourcen zu schützen, der Umwelt und dem Klimaschutz sowie dem Tierwohl verstärkt Rechnung zu tragen und dabei die hohe Lebensmittelqualität zu sichern.

Für nachhaltige Lösungen in der Energiewende bedarf es einer Marktflexibilität bei Verbraucher*innen sowie Erzeuger*innen. So kann zum Beispiel elektrische Energie in anderen Sektoren, wie dem Wärme- und Verkehrsbereich genutzt werden (Sektorintegration). Hierfür sind intelligente Mess- und Regelsysteme erforderlich. Sie stellen die notwendigen Verbrauchsinformationen bereit, erlauben die Übermittlung von Netzzustandsdaten und unterstützen sichere und zuverlässige Steuerungsmethoden.

Beratungsangebote und Förderprogramme der Verbraucherzentrale zur Digitalisierung im Energiebereich sollen begleitend zum Start intelligenter Messsysteme in 2019 und 2020 angeboten werden. Dafür werden Praxisbeispiele gesammelt, um in der Öffentlichkeit für diese Systeme zu werben. Die Digitalisierung eröffnet zudem Chancen für die Entwicklung neuer Geschäftsmodelle auf Basis intelligenter Messsysteme und der damit erhobenen Informationen.

Potenziale der Digitalisierung liegen insbesondere in der Datenerhebung durch Sensoren, Drohnen, Satelliten sowie in der Vernetzung bisher isolierter Einzelsysteme. Eine wesentliche Voraussetzung ist nicht nur ein leistungsfähiges Internet, sondern auch ein unabhängiger Zugang zu präzisen Geoinformationen. Dafür stellen wir zunächst in einer dreijährigen Pilotphase ein Satellitensignal wie das RTK-Signal (Real Time Kinematic) oder SAPOS (Satellitenpositionierungsdienst der deutschen Landesvermessung) kostengünstig zur Verfügung.

Auch unsere Nutztiere werden von der Digitalisierung profitieren: Sie erlaubt es, die individuelle Gesundheit jedes Tiers in Echtzeit zu überwachen, etwa durch Milchanalyse oder Geburtsüberwachung. Darüber hinaus prüfen wir die Einführung einer elektronischen Ohrmarke für alle Schritte eines Tiers von der Geburt bis zum Schlachthof.

Die Digitalisierung kann das Zusammenwirken zwischen Agrarverwaltung und -wirtschaft grundsätzlich erleichtern. Beispielsweise wird geprüft, inwieweit im Rahmen von Open Data hochauflösende Daten aus der Bodenschätzung bereitgestellt werden können, um so die Umsetzung von Smart Farming zu fördern. Die Daten helfen dabei, die optimale Menge an Dünge- und Pflanzenschutzmitteln einzusetzen. Umgekehrt könnten die Landwirt*innen beispielsweise Daten zu Schädlingsbefall in einer zentralen Datenbank erfassen, um so Voraussagen und Beratungshinweise des Pflanzenschutzdienstes zu verbessern.

Die gesamte Kommunikation zwischen Landwirtschaft und Agrar- beziehungsweise Umweltverwaltung muss digital sein. Hierfür werden wir Daten-Schnittstellen definieren und alle Arbeitsplätze mit der notwendigen Hard- und Software ausstatten. Die Dokumentation von Beständen, dem Einsatz von Dünge-, Pflanzenschutz- und Arzneimitteleinsatz durch die Landwirte muss vereinheitlicht und effizienter organisiert werden – etwa durch die Entlastung von Meldepflichten.

Die Landesregierung muss in Bezug auf Energiewende und Klimaschutz Vorbild sein. Bis zum Ende 2019 wollen wir eine Gesamtstrategie erarbeiten, wie wir die selbst gesetzten Klimaschutzziele erreichen können. Diese Gesamtstrategie besteht aus vier Teilstrategien: „Green-IT“, „Nachhaltige Beschaffung“, „klimaverträgliche Mobilität der Landesbediensteten“ sowie „Bauen und Bewirtschaftung der Landesliegenschaften“.

Lassen Sie uns den digitalen Wandel in Schleswig-Holstein gemeinsam gestalten.

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